Ich habe zwar keinen Ardumower, sondern einen Alfred, aber die Schlussfolgerung, dass der Ardumower "abverkauft" wird halte ich für falsch. Es wird allenfalls der Lagerbestand abverkauft. Das bedeutet aber rein gar nichts.
Ich hatte selber 16 Jahre lang einen Onlineshop für Modellhubschrauber, hauptsächlich für selbst konstruierte Umbauten. Da gab es auch viele Kunden, die aus dem Lagerbestand irgendwelche Rückschlüsse auf die Zukunft geschlossen haben. Dazu kann ich nur sagen, dass das Unsinn ist. Meinen Shop gibt's schon seit 2020 nicht mehr, die email Adresse aber natürlich noch. Wenn heute ein Kunde ein Ersatzteil haben möchte, dann baue ich ihm das auch heute noch...kein Problem. Großen Händlern ist das egal, die verkaufen ja nur was andere herstellen. Aber wir sind hier unter Hobbyisten, die lieben was sie tun, da findet sich immer eine Lösung.
Man kann bei der Meinungsbildung hier nicht rangehen, wie bei einem klassischen Händler. Man muss es aus einem anderen Blickwinkel sehen.
1. Die Entwicklung bleibt nie stehen...und das ist gut so.
2. Da die Gehäuseteile auf einer einfachen 2D, bzw. 2,5d Fräsmaschine hergestellt werden, KANN MAN SIE JEDERZEIT NACHPRODUZIEREN. Das bedeutet, dass der Ardumower Gehäusemäßig nie sterben wird, selbst nicht, wenn es die Fräsmaschine nicht mehr gibt, und selbst wenn es die Herstellerfirma nicht mehr gibt, denn man kann die Teile auf jeder anderen Fräsmaschine genauso gut herstellen. Ich bin mir sicher, dass wenn jemand dieses Gehäuse haben will, dann wird er es auch in Zukunft bei Marotronics kriegen können. Und wenn nicht da, dann überall anders. Ich habe mir übrigens einen Alfred geholt, weil ich den Ardumower optisch potthässlich (würde ich nicht in meinem Garten rumfahren lassen) und nicht funktional finde (Räder, Bumper, Wasserdichtigkeit, Ladestation, etc. sind für mich persönlich absolute no-gos)...aber das ist eine andere Geschichte. Außerdem gibt es doch bereits ein Nachfolgerchassis, ebenfalls in "plattenbauweise" (...finde ich persönlich aber auch den gleichen Gründen absolut als no-go). Fazit: Hier gibt es kein Problem.
3. Die Motoren und weitere mechanische Komponenten sind Standard (Industrie) Teile. Das ist ein weiterer Vorteil des Ardumower Projekts. Wenn es nicht mehr exakt genau diese Teile gibt, dann passen auch diverse andere Bauteile anderer Hersteller. Das ist wieder Mega-Nachhaltig und somit ein weiterer Vorteil.
4. Mit den Treibern ist das so eine Sache. Da gibt's zwar marktübliche Standardkomponenten, aber nach allem was ich hier so gelesen habe ist das alles nicht so das gelbe vom Ei. Daher ja auch die projekteigene Entwicklung. Das gilt aber für jede Variante der Ardumower.
5. Kommen wir wieder zu Punkt 1, die Entwicklung. Angefangen hat das ganze mal mit einem, dem Projekt namensgebenden
Arduino. Die
Arduino Familie sind kleine Mikrokontroller, die gut für Ablaufsteuerungen verschiedenster Art sind, sicherlich Millionenfach bewährt. Das Problem dabei ist, dass diese Mikrokontroller ihre Grenzen haben. Da ist irgendwo bei
RTK-GPS einfach Schluss mit der Kapazität. Da die Entwicklung hin zu optischen Navigationstechnologien (LIDAR, Stereokamera, etc.) geht braucht man dafür leistungsstärkere Prozessoren, um die optischen Datenmengen zu bewältigen. Da ist dann jeder
Arduino raus. Man hat Linux als Betriebssystem gewählt. Da geht die Reise hin.
Um jetzt die Entscheidung zu treffen, was man eigentlich will, muss man sich als allererstes entscheiden welche Art der Navigation man braucht oder haben will.
1. Reicht ein Perimeterdraht/Zufallssystem? (->
Arduino Software Azurit oder Raindancer)
2. Reicht ein Perimeterdraht/Liniensystem(->
Arduino Software AzuritBer)
3. Soll es ohne Perimeterdraht sein, und
RTK-GPS reicht (hier sehe ich die Grenze, bei der
Arduino gerade noch geht und Linux anfängt -> Software Sunray)
4. Will man zukunftssicher mit
RTK-GPS, aber auch optisch navigieren (das geht nur mit Linux -> Software Sunray)
Das hängt von der Komplexität der Mähflächen und der Umgebung ab.
Bei mir geht ~95% nur mit
RTK-GPS, die letzten 5% kriege ich nicht oder nicht sicher mit
RTK-GPS abgedeckt. (das kann dann aber auch kein Luba, kein Navimow und auch sonst kein anderer
RTK-GPS Mäher).
Ich bin von dem Projekt nach wie vor begeistert und werde noch viele Jahre dabei bleiben!
Die Software funktioniert aber hat noch viel Potential. Leider sitzt da kein Softwareengineering Team dahinter und man ist auf die Community angewiesen, aber auch das funktioniert ja einigermaßen gut.
Beste Grüße,
Chris